Ego-State-Therapie

Ego-State-Therapie

 

„Jeder von uns ist mehrere, ist viele, ist ein Übermaß an Selbsten. Deshalb ist, wer seine Umgebung verachtet, nicht derselbe, der sich an ihr erfreut oder an ihr leidet. In der weitläufigen Kolonie unseres Seins gibt es Leute verschiedenster Art, die auf unterschiedliche Weise denken und fühlen.“

Fernando Pessoa, „livro do desassossego“

 

Ego-State-Therapie ist eine hypnoanalytische Psychotherapieform, bei der innere, häufig unbewusste Persönlichkeitsanteile (ego states) eines Patienten angesprochen und behandelt werden, während der Patient sich in dem veränderten Bewusstseinszustand der hypnotischen Trance befindet.

 

Ego-State-Therapie kombiniert psychodynamische Therapie und Hypnotherapie und geht auf Paul Federn, einen Schüler Sigmund Freuds, zurück. Sie erweitert das nach Sigmund Freud aus drei Instanzen (Ich, Es, Über-Ich) bestehende Persönlichkeitsmodell um weitere Anteile. Ego-States sind häufig unbewusst und oft kindlicher Natur und haben meist schützende Funktionen.

 

Ego-states repräsentieren ein Konzentrat neuronal gespeicherter Beziehungserfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen, die durch ein gemeinsames Thema und ein gemeinsames Gefühl verbunden sind.

 

Ego-States bilden sich im Rahmen der normalen sozialen Anpassung heraus, sie entstehen häufig nach psychischen Verletzungen und dienen dem Schutz vor weiteren Verletzungen und der Verarbeitung der alten Verletzungen, manchmal repräsentieren sie auch Introjekte (in der Seele ein Eigenleben führende frühere Bezugspersonen, mit denen wir uns identifiziert haben).

 

Ego-State-Therapie kann bei vielen Störungen und Problemen angewendet werden, am effektivsten wirkt sie jedoch bei Traumastörungen.

 

Bei der Ego-State-Therapie wendet sich der Therapeut direkt an die Persönlichkeitsanteile und versucht, mit ihnen in einen respektvollen, wertschätzenden und altersentsprechenden Dialog zu kommen.

 

Ziele dabei sind eine Stärkung der Ego-States, das Gewinnen von bisher nicht zugänglichen Informationen über bisher Abgespaltenes und Verdrängtes und die Förderung der Kommunikation zwischen den verschiedenen Ego-States. Dadurch gewinnt der Patient, wie auch bei den konventionellen psychodynamischen Verfahren, nur schneller und intensiver, Zugang zu bisher nicht zugänglichen Erinnerungen und Gefühlen und zu deren innerer Verarbeitung.

 

Nach Beendigung der hypnotischen Trance wird das vorher Erlebte gemeinsam mit dem Therapeuten reflektiert und kann dann seelisch integriert werden.

 

Die Ego-State-Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht finanziert und muss selbst bezahlt werden.

 

 

 

 


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